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Hier möchte ich allen die es interessiert einen kurzen Einblick in
meine Krankengeschichte geben.
Angefangen
hat alles 1991. Zuerst hatte ich drei Fehlgeburten innerhalb eines Jahres
und im November entdeckte ich dann einen Knoten unterhalb meiner linken
Brustwarze. Was ich gefühlt habe können sicher viele von euch
nachvollziehen... Angst!!! Die Ärzte machten mir jedoch große
Hoffnungen. Da ich erst 24 war, meinten sie, dass der Knoten zu 99,9%
gutartig sei. Ich wollte es glauben, aber eine innere Stimme warnte mich.
Na ja, im Dezember operierten sie mich dann. Erst entfernten sie den Knoten
und 3 Tage später nahmen sie mir die Brust ab. Der Histologische
Befund: Multizentrisches, teilweise stromareiches, ductales Mammacarcinom
mit fakalen Herden die einem lobulären Carcinom entsprechen. Acht
tumorfreie Lymphknoten. pt 1c/pn 0/pM x/G 3. Stad. 1. ( Also, eigentlich
alle Vorraussetzungen für eine Heilung..J ).
Ich bekam 6 Zyklen Chemo (CMF). Haare sind mir nicht ausgegangen, aber
mir war trotzdem immer übel.
3 Jahre später, 1994 also, ging es weiter. Ich bemerkte ein kleines
Knötchen im Narbenbereich und hatte gleichzeitig einen leichten Schmerz
in meiner Achsel. In der Achsel hatte ich gleich nach der OP einen vergrößerten
Knoten, den die Ärzte allerdings nicht als bedrohlich ansahen, der
aber dann doch die ganze Zeit regelmäßig mit Ultraschall kontrolliert
wurde. ( Ich hätte gleich darauf bestehen sollen, dass sie ihn entfernen,
aber ich hatte wie immer „Angst“.).
Ergebnis nach OP: Lokalrezidiv eines stromareichen, ductalen Mammacarcinoms
G 3. Zwei axilläre Lymphknotenmetastasen.
Damals war ich wirklich am Boden zerstört. Lymphknotenmetastasen!!!
Zum Glück hatte ich eine sehr gute Ärztin, die mir immer all
die positiven Aspekte in meinem Befund hervorhob ( die gibt es nämlich
bei jedem). Meine größte Angst war die, dass ich wieder eine
Chemo bekommen würde. Und ich war dann so erleichtert, als mir meine
Ärztin sagte, dass wir auf Grund der Hormonrezptoren ( leicht positiv
) eine Hormontherapie mit Zoladex machen würden. Allerdings kam dann
noch 30 mal Strahlentherapie dazu, wobei ich diese nicht als besonders
schlimm empfunden habe.... Abgesehen davon, dass sie meine Lunge ein bisschen
geschädigt hat.
Dann hatte ich wieder 2 Jahre Pause, bevor es weiter ging. 1996 bekam
ich im Narbenbereich eine Reihe kleinerer Knötchen. Noch bevor der
Histologische Befund da war, stellten die Ärzte schon die schlimmste
Prognose, die man sich als Patient nur vorstellen kann. Auf Grund der
Statistik gaben sie mir noch 3 Jahre zu leben. Sie sagten es meinen Eltern,
aber nicht mir. Und als dann der Histologische Befund da war, vielen alle
aus den Socken, denn die lieben kleinen Knötchen waren nichts weiter
als narbig fibrosiertes Fettgewebe mit örtlich anhängenden Skelettmuskelstreifen.
Ich war so überglücklich!!! Und als mir mein Stiefvater dann
erzählte was die Ärzte gesagt hatten, begriff ich die Welt nicht
mehr. Kein Mensch hat das Recht so etwas über einen anderen Menschen
zu sagen und Statistiken halte ich für absolut unnötig und vor
allem nicht sehr genau.
Nun kommt der Endspurt. Im Juni 2000 wurde ich wieder operiert, hatte
wieder ein paar kleine Knötchen im Narbenbereich. Eigentlich war
ich wenig beunruhigt und dass lag vor allem daran, dass das letzte Ergebnis
damals so gut war. Außerdem fühlte ich mich ja blendend. OK,
um es kurz zu machen komme ich gleich zum "vollen Ergebnis“:
Lokalrezidiv G 2. Östrogenrezeptor: schwach positiv (20% rezeptorpositive
Tumorzellen, Intensität 1). HERCEP-Test: negativ (< 10% positive
Tumorzellen, Intensität 1=1+).
Nach einem CT wurde dann auch noch festgestellt, dass ich Knochenmetastasen
in der rechten Hüfte (ich hatte starke Schmerzen) und in der rechten
Schädel Schalotte habe und dann noch mehrere kleinere Herde in der
Leber.
Im August begann ich mit einer starken Chemotherapie. Am 7. Dezember bekam
ich die letzte und mir ist es halbwegs gut gegangen. Ein tolles Ergebnis
brachte dann die Enduntersuchung. Die Herde in der Leber sind nicht mehr
sichtbar!! Die Knochenmetastasen haben sich abgekapselt und ich habe schon
lange keine Schmerzen mehr..J!!
Ich hatte während der Chemo mit Joga begonnen und übte mich
ein wenig in Meditation und ich denke alles zusammen hat mir sicher sehr
geholfen. Positives Denken gehört natürlich auch dazu.
Nur zu gerne würde ich hier zu schreiben aufhören, aber es geht
leider noch ein wenig weiter.
Seit Dezember 2001 habe ich Metastasen in der linken Lunge und im Rippenfell.
Habe einige Monate Xeloda bekommen und derzeit werde ich mit Navelbine
behandelt. Es geht mir gut und eine Metastase in der Lunge ist sogar verschwunden.
Viel
emotionelles ist in dieser Kurzversion nicht enthalten, aber ich kann
euch sagen, dass Emotionen in meinem Leben nicht gefehlt haben. Es gab
mehr als genug davon und in meinem Buch "Ich lebe, kämpfe und
siege - Krebs bedeutet nicht das Ende", könnt ihr, falls es
euch interessiert, alles ganz genau lesen.
Jeder Sieg und mag er noch so klein erscheinen, ist für mich die
Bestätigung dafür, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich habe
Vertrauen in mich! Das Leben ist einfach lebenswert!!!
Sandra Fleck
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Sandra hat mit Ihrer Einstellung und Ihrer Liebe für das Leben schlußendlich
"gesiegt"!
Sandra konnte es zulassen, dass Ihre Krankheit Ihr die Augen für
die einzigartige Möglichkeit "zu leben" öffnete. Wir
können uns glücklich schätzen ein Stück ihres Lebensweges
gemeinsam mit ihr gegangen zu sein. Ihre Erfahrung und ihre große
Liebe für das Leben hat sie an uns alle weitergegeben. Mit dieser
Liebe lebt Sandra in uns allen weiter.
Sandra verstarb am 2. Dezember 2003
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